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Wasserstoff-Korridor Aufbau des europäischen Wasserstoffkernnetzes

Die Europäische Union hat sich als zentrales Ziel gesetzt, Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen. Mit den europäischen Green Deal hat die EU im Jahr 2020 eine Strategie erarbeitet, , um bis 2050 CO2-neutral zu werden. Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist der Umstieg auf erneuerbare Energien.

Im Juli 2021 hat die EU das Zwischenziel festgelegt, die Netto-Treibhausgasemissionen der Union bis Ende 2030 um 55 % zu senken. Dies ist Teil des „Fit for 55“-Pakets , mit dem die EU-Gesetzgebung aktualisiert werden soll und neue Initiativen zur Unterstützung dieser Klimaziele eingebracht werden.

Gleichzeitig muss Europa seine Energieversorgung in der aktuellen geopolitischen Situation unabhängiger gestalten.

Diese beiden zentralen Ziele bilden den REPowerEU-Plan: Bis 2030 sollen 10 Mio. Tonnen erneuerbaren Wasserstoff im Inland zu produziert und 10 Mio. Tonnen erneuerbarer Wasserstoff importiert werden. Dies führte zur Entwicklung mehrerer Wasserstoff-Infrastrukturprojekte, um sauberen Wasserstoff zu wirtschaftlichen Preisen aus den Produktionsgebieten im Süden (hauptsächlich aus Solarstrom) oder der nordischen Region (aus Offshore-Windparks) in die wichtigsten Verbrauchszentren in Mittel- und Nordwesteuropa zu transportieren. Zu diesen Wasserstoffkorridoren gehört auchH2med als Teil des Europäischen Wasserstoffkernnetzes (EHB). Diese Initiative bringt über 30 Energieinfrastrukturbetreiber zusammen, die die gleiche Vision eines klimaneutralen Europas haben. Gemeinsam wollen sie einenwettbewerbsfähigen, liquiden, europaweiten Markte für erneuerbaren und kohlenstoffarmen Wasserstoff schaffen. Der H2med-Korridor ist ein wichtiger Bestandteil des Wasserstoff-Kernnetzes und wird die Energieversorgung Europas sicherstellen, indem er bis 2032 etwa 10 % des prognostizierten gesamten Wasserstoffverbrauchs für Europa transportiert. Von den 20 Mio. Tonnen können über diesen Korridor 2 Mio. Tonnen transportiert werden.

Nationale Wasserstoffkernnetze verbinden

Portugal, Spanien, Frankreich und Deutschland haben jeweils eine Agenda zur Klimaneutralität aufgestellt und ehrgeizige Wasserstoffstrategien entwickelt.

Die am H2med-Projekt beteiligten Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) arbeiten daran, ein starkes nationales Netz von Wasserstoffspeicher- und Übertragungsinfrastrukturen aufzubauen. Diese nationalen Kernnetze verbinden die Verbrauchs- und Produktionsgebiete, um den künftigen Bedarf der beteiligten Länder zu decken und überschüssige Kapazitäten in europäische Nachbarländer zu exportieren. Diese Wasserstoffinfrastrukturen sind von entscheidend, um den Wasserstoffmarkt auszubauen, den Einsatz von Wasserstoff in Europa zu beschleunigen und seine Wettbewerbsfähigkeit rasch zu steigen.

Durch die Verbindung der nationalen Wasserstoffkernnetze, die alle fünf H2med-Projektmitglieder bis 2032 fertigstellen wollen, wird H2med einen Korridor für saubere Energie vom Südwesten bis zum Nordwesten Europas schaffen.

Enagás: Positionierung Spaniens als erstes Zentrum für erneuerbaren Wasserstoff in Europa

Enagás will bis 2032 ein Wasserstoffkernnetz aufbauen, das sich über die wichtigsten Produktions- und Verbrauchszentren des Landes sowie über zwei unterirdische Speicher im Norden Spaniens erstreckt. Das Netz wird sowohl bestehende Leitungen umfassen (das Unternehmen hat bereits ermittelt, dass 30 % des spanischen Gasnetzes in Wasserstoffleitungen umgewandelt werden sollen) als auch neue Leitungen und Speicherkapazitäten, wobei mit Investitionen von bis zu 4,67 Mrd. EUR gerechnet wird.

NaTran: Verbindung zwischen Spanien und Deutschland

NaTran ist führend bei der Entwicklung von HY-FEN, einem ehrgeizigen Wasserstoff-Transportsystem in Frankreich, das von Marseille bis zur deutschen Grenze reichen soll. Dieses strategisch wichtige Projekt wird die reichlich vorhandene Wasserstoffproduktion auf der Iberischen Halbinsel mit den wichtigsten Verbrauchs- und Speichersektoren im französischen Rhonetal und in Deutschland verbinden. HY-FEN wird mit bestehenden Projekten wie BarMar in Marseille und H2ercules in Deutschland verbunden und die Regionen Benelux und Mitteleuropa erreichen sowie an den französisch-belgischen Korridor und das entstehende Wasserstoffzentrum der Nordsee anknüpfen. Das 1.200 Kilometer lange Netz ist für den Transport von bis zu 2 Mio. Tonnen Wasserstoff pro Jahr ausgelegt.

OGE: Dekarbonisierung der deutschen Wirtschaft mit dem H₂ercules-Projekt

Als Deutschlands größter Gasnetzbetreiber ist OGE ein zentraler Akteur zur Umsetzung der CO2-Compliance-Strategie des Landes. Der Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur ist ein entscheidender Baustein für die Dekarbonisierung Deutschlands und zur Diversifizierung seiner Energieversorgung. Um diesen wichtigen Prozess zu beschleunigen, hat OGE gemeinsam mit Partnern das nationale Infrastrukturprojekt „H₂ercules“ entwickelt, das Verbraucher im Süden und Westen Deutschlands mit Wasserstoff aus heimischer Produktion und aus Importkorridoren versorgen wird.

Das H2ercules-Netz wird bis 2032 mehr als 2.000 km Pipelines umfassen. Neben weiteren Pipelines im Ruhrgebiet, Anbindungen nach Norwegen sowie in die Niederlande hat OGE künftig auch für Wasserstoff Grenzübergangspunkte zu Frankreich und Tschechien. So können wichtige Verbrauchszentren im Süden und Westen Deutschlands versorgt werden.

REN: Umsetzung einer fortschrittlichen Strategie für CO2-freie Energie

Portugal verfolgt eine freiwillige Strategie für saubere Energie mit dem Ziel, bis zum Ende dieses Jahrzehnts 80 % des Strombedarfs des Landes aus erneuerbaren Energiequellen zu decken. Dank großeangelegter Wind- und Solarprogramme wird Wasserstoff eine zentrale Komponente sein, um den Bedarf an grüner Energie zu decken. Aus diesem Grund plant Portugal den Bau des portugiesischen Abschnitts von CelZa sowie die Schaffung eines nationalen Wasserstoffnetzes, das über H2med 0,75 MPTA Exportwasserstoff liefern kann.

Teréga: Das Projekt HySoW kartiert den Südwesten Frankreichs

Hydrogen South West (HySoW) ist der Name eines 670 km langen Infrastrukturprojekts unter der Leitung von Teréga, dessen Ziel darin besteht, bis 2032 ein Kernnetz für die Speicherung und Transportinfrastruktur von erneuerbarem Wasserstoff zu schaffen. Die Infrastruktur wird sich von der Atlantikküste bis zum Mittelmeer erstrecken und die großen Industriezentren in Bordeaux, Lacq, Toulouse und Port-la-Nouvelle miteinander verbinden und dekarbonisieren. Außerdem wird sie sich dem HY-FEN- und dem BarMar-Projekt im Osten und später dem spanischen Netz im Westen verbinden. HySoW ist eine Investition von 1,2 Mrd. Euro und wird 0,5 MPTA liefern.

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